Was ist ...
Aneurysma?
= Erweiterung eines Blutgefäßes
Arteriosklerose?
= Arterienverkalkung oder Arterienverengungen
Ruptur?
= Riss eines Blutgefäßes
Thorakale Aorta?
= Brustschlagader, Fortsetzung des Aortenbogens
Computertomographie?
= Bildgebendes Verfahren der Radiologie: Durch die Kombination einer Vielzahl von Röntgenaufnahmen werden Schnittbilder des Körpers erzeugt
Stent(-prothese)?
= Medizinisches Implantat, das in Gefäße eingebracht wird, um sie offen zu halten. Meist ein kleines Gittergerüst in Röhrchenform aus Metall und/oder Kunstfasern
Duplex-Sonographie
= Ultraschall-Untersuchung der Gefäße an Armen, Beinen, Hals oder Bauch. Dabei können die Durchflussgeschwindigkeit des Blutes gemessen, Gefäßverengungen oder Veränderungen der Gefäßwand festgestellt werden
Endovaskulär?
= Behandlung durch die Blutgefäße, von innen heraus
Abdominale Aorta?
= Bereich der Schlagader zwischen Brustkorb und Becken
Bauchschlagadererweiterung - Bauchaortenaneurysma
Das Aneurysma wird als eine spindel- oder sackförmige, lokalisierte, dauerhafte Erweiterung des Querschnitts von Blutgefäßen definiert. Diese Erkrankung entwickelt sich meistens auf dem Boden der Arteriosklerose, kann aber nach einem Trauma, Infektionen, Entzündung oder angeborenen Bindegewebsschwäche (Marfan-Syndrom, Ehlers-Danlos-Syndrom) entstehen.
Die Hauptgefahr besteht in der Ruptur (Riss) des Aneurysmas, die zu einer Blutung führt. Das Aneurysma verursacht nur selten Beschwerden, wie z.B. Rückenschmerzen. Risikofaktoren sind Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen.
Die Diagnose eines Bauchaortenaneurysmas wird meist durch Ultraschall gestellt. Zur genaueren Untersuchung folgt dann eine Computertomographie.
Ab einem queren Durchmesser des Aneurysmas von 5 cm muss an eine Operation gedacht werden, da dann die Rupturgefahr deutlich ansteigt. Der Patient sollte sich dann bei einem Gefäßchirurgen vorstellen.
Aneurysma der thorakalen Aorta
Die Aneurysmen der absteigenden Aorta im Brustkorb werden in der Regel endovaskulär versorgt. Durch die Anwendung der Stentprothesen wird das Ausmaß der Operation und damit das Operationsrisiko deutlich minimiert.
Aneurysma der abdominalen Aorta
Die Häufigkeit eines Bauchaortenaneurysmas mit einem Durchmesser von mehr als drei Zentimetern ist altersabhängig. Im Alter von über 65 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit bei Männern bei 4% bis 8% , bei Frauen bei 0,5% bis 1,5%.
Mehr als 80% aller Aneurysmen sind klinisch asymptomatisch und werden zufällig oder im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung entdeckt.
Leider sterben immer noch sehr viele Menschen (80 bis 90%) infolge einer Ruptur eines Bauchaortenaneurysmas - trotz fortgeschrittener Diagnostik und Therapie. Umso wichtiger ist daher die frühzeitige Diagnose und Behandlung.
Je nach den anatomischen Verhältnissen des Aneurysmas und dem Allgemeinzustand des Patienten gibt es zwei operative Möglichkeiten:
1. Ausschaltung des Aneurysmas durch eine Aortenstentprothese (EVAR)
Dieses Verfahren ist seit Anfang der 90er Jahre bekannt. Dabei wird über die Leistenarterie eine drahtverstärkte Prothese als innere Schienung eingebracht. Dadurch wird der Druck auf die Aortenwand vermindert und ein Durchbruch verhindert. Die Operation ist für den Patienten wenig belastend.
2. Chirurgische Ausschaltung des Aneurysmas
Bei der konventionellen Operation wird der Bauch durch einen Mittelschnitt geöffnet. Nach sorgfältiger Präparation wird die Bauchschlagader durch eine Kunststoffprothese ersetzt. Die Operation ist seit Jahrzehnten bewährt. Belastungen für den Patienten bestehen vor allem einige Tage postoperativ.
Derzeit werden am Theresienkrankenhaus Mannheim 75% der Patienten mit Stent-Prothesen versorgt. In 25% der Fälle ist die offene Operation notwendig.
Kontrolle mittels einer kontrastmittelunterstützten Duplexsonographie
Die Ergebnisse nach der endovaskulären Behandlung des Bauchaortenaneurysmas bedürfen einer engmaschigen Kontrolle. Nachkontrollen werden überwiegend mit kontrastmittelgestütztem Ultraschall durchgeführt. Wir verfügen am Theresienkrankenhaus über ein spezielles Gerät, so dass wir diese Untersuchung anbieten können.



