Was ist Demenz?

Der Begriff Demenz stammt aus dem Lateinischen und meint „ohne Geist“ oder „mit abnehmendem Verstand". Die Demenz beeinträchtigt zunehmend die kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten. Diese Einschränkungen beruhen auf diagnostizierbaren Veränderungen und Rückbildungen im Gehirn. Vor allem ist das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik, bei einigen Formen auch die Persönlichkeit betroffen.
Verschiedene Ursachen der Demenz sind erforscht. Auch einige Formen der Demenz können bis zu einem gewissen Grad behandelt werden. Allerdings können nur die Symptome behandelt und verzögert werden. Die am häufigsten auftretende Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit.

 

 

Demenzsymposium

Das Publikum lauschte interessiert den Ausführungen der Experten

Mannheim, 14. November 2011

Meine Welt und deine Welt –
und was beide vereint

Was es bedeutet, dement zu sein, wie man sich und seine Umwelt wahrnimmt und mit ihr interagiert – das verdeutlichten die Experten des 4. Demenzsymposiums Anfang November im Mannheimer Theresienkrankenhaus. Unter dem Motto „Fremde Welten“ referierten neun Spezialisten aus unterschiedlichen Fachbereichen und beleuchteten das Thema aus verschiedenen Perspektiven. Knapp hundert Besucher –  teilweise selbst Pflegekräfte oder Mediziner, aber auch selbst pflegende Angehörige und Betreuer – lauschten den Ausführungen der Referenten.

Der Neurologe Dr. Patrick Thilmann beleuchtete die neuesten medizinischen Erkenntnisse zur Demenz, erläuterte Diagnose- und Behandlungsmethoden und schilderte die Prozesse während eines typischen Demenzverlaufs. Die Pflegedienstleiterin des Seniorenpflegezentrums Seckenheim Snezana Manojlovic richtete ihren Blick auf die professionelle Pflege dementer Menschen. Sie berichtete aus ihrer Erfahrung im Pflegeheim und den täglichen Notwendigkeiten, die sich aus dem Umgang mit der Krankheit ergeben: „Man muss verstehen, dass der Kranke in seiner eigenen Welt lebt, gleichzeitig aber seine Gefühle ernst nehmen und ihm Respekt zollen“, so die Fachfrau. Damit sprach sie auch das zentrale Thema des Demenzsymposiums an: Eine gute Kommunikation zwischen Angehörigen und Pflegekräften sei wesentlich für den Erfolg der Behandlung eines Dementen. Das bestätigten auch Fachkrankenschwester Iris Hohenadel und Funktionsoberärztin Dr. Anna-Maria Nahm, welche die Sicht der Angehörigen in ihrem Vortrag vertraten.

Wie genau die Zusammenarbeit zwischen Angehörigen und Pflegekräften funktionieren kann, erläuterte die Heidelberger Pflegewissenschaftlerin Dr. Elke Müller. Die Sozialarbeiterinnen Manuela Schrimpf und Heidi Lindenthal zeigten, wie wichtig auch eine externe Betreuung der Angehörigen sein und wo man diese durch professionelle Hilfestellungen entlasten kann. Welchen Einfluss körperliches Training auf die Demenz hat, erläuterte Dr. Klaus Hauer, Forschungsleiter des Heidelberger Agaplesion Bethanien Krankenhauses.

Zwischen den Vorträgen schlüpften Mitglieder des „Arbeitskreises Demenz“ in die Rolle von Erkrankten, Angehörigen und Pflegekräften und zeigten in kurzen Schauspielen anschaulich, welche Situationen entstehen können. Auch bei der Verpflegung der Tagungsteilnehmer spielte das Thema Demenz eine Rolle: Die Frage war, welche der angebotenen Speisen sich gut oder weniger gut für demenzkranke Menschen eignet. Mundfertig geschnittenes Obst und Gemüse sind perfekt, eingepackte Kekse eher ungünstig – da war man sich einig. Das starke Interesse am Thema Demenz und die positive Resonanz der Symposiumsgäste machten deutlich: „Wir werden im nächsten Jahr sicherlich wieder ein Demenzsymposium machen“, blickt die Pflegedirektorin des Theresienkrankenhauses Gabriele Holzschuh in die Zukunft. (ckl)