Was ist ...

pAVK?
= Periphere arterielle Verschlusskrankheit

Ateriosklerose?
= Arterienverkalkung oder Arterienverengung

Diabetischer Fuß?
= Schädigung der Blutgefäße und Nerven in den Beinen

Diabetes mellitus?
= Zuckerkrankheit, bei der die Insulinproduktion und damit der Stoffwechsel gestört ist

Invasive Behandlung?
= Operative Diagnostik oder Therapie

Bypass?
= Eine Überbrückung einer bestehenden Engstelle

Stenose?
= Engstelle

Gangrän?
= "wegfressende Wunde", bei der Gewebe abstirbt und schwarz wird (früher: Wundbrand)

Antibiotika?
= Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten

 

Durchblutungsstörungen der Beine – pAVK – Schaufensterkrankheit

Bei der sogenannten peripheren arteriellen Verschlusskrankheit ist die Blutversorgung der Beine durch eine Arteriosklerose vermindert. Beim Gehen entsteht dadurch ein Sauerstoff- und Nährstoffmangel mit starken Schmerzen vor allem in der Wade. Diese Gehbehinderung wird umgangssprachlich auch Schaufensterkrankheit genannt. Bei fortgeschrittenen Stadien der pAVK kommt es zum Absterben von Gewebe, eine Amputation droht.

Stadieneinteilung der Schaufensterkrankheit:

Stadium I: Es bestehen Verengungen der Arterien, jedoch noch keine Beschwerden oder Einschränkungen der Gehstrecke.

Stadium II: Es besteht die typische Schaufensterkrankheit mit Schmerzen in den Waden nach einer bestimmten Gehstrecke. Die Muskulatur kann beim Gehen nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, da die verengten Blutgefäße zu wenig Blut in die Beine transportieren können.

Stadium III: Die Durchblutung ist so schlecht geworden, dass der Patient bereits in Ruhe, z. B. nachts im Bett Schmerzen in den Beinen hat.

Stadium IV: Die Durchblutung ist so stark vermindert, dass Gewebe (z.B. Haut, Sehnen, Muskeln) abstirbt und sich schwarz verfärbt oder eitrig zerfällt. Es droht die Amputation einzelner Zehen oder sogar der Beine.  

Behandlung der Durchblutungsstörungen der Beine

1. Operative und interventionelle Behandlung
Die bestehenden Gefäßengstellen bezeihungsweise Verschlüsse werden ausgeschält (Thrombendarteriektomie) oder mit einem Bypass überbrückt. Für einen Bypass verwendet man möglichst körpereigene Vene.

In bestimmten Fällen führen wir bei kurzstreckigen Verschlüssen und Engstellen die Aufweitung der Schlagadern mit Ballons durch. Manchmal muss zur Aufweitung eine Gefäßstütze aus dünnem Metall (Stent) eingebracht werden.

Verschluss der Beinarterie vor Bypass
Nach Bypassanlage
Beckenschlagader vor der Wiedereröffnung

2. Medikamentöse Therapie
Ein wichtiger Teil jeder Behandlung der Durchblutungsstörungen ist der Einsatz verschiedener Medikamente.  In unserer Abteilung werden durchblutungsfördernde Präparate verwendet, außerdem werden Blutverdünner wie Aspirin und Clopidogrel eingesetzt.
Bei Vorliegen eines Beininfektes und insbesondere bei einer bestehenden, feuchten Gangrän werden erst nach Bakterienanzucht die entsprechenden Antibiotika verordnet. Die Ergebnisse der konsequenten, antibiotischen Behandlung kontrollieren wir durch die regelmäßig entnommenen Wundabstriche.

3. Spinal-Cord-Stimulation
Sind alle gefäßchirurgischen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft und droht eine Beinamputation, so kann eine so genannte Spinal Cord Stimulation (=SCS) durchgeführt werden. Unter örtlicher Betäubung wird eine Elektrode in der Wirbelsäule platziert. Die elektrischen Impulse bewirken eine Unterbrechung der Schmerzleitung der Nerven und eine Verbesserung der Durchblutung. Diese Behandlung wird nur an einigen Kliniken durchgeführt.

Was kann man selbst bei der Schaufensterkrankheit tun?

Der Verlauf der Schaufensterkrankheit ist individuell unterschiedlich. Je stärker die Arterien verengt sind, umso schlechter wird die Durchblutung. Eine konsequente Beseitigung der Risikofaktoren ist sehr wichtig. Bereits verkalkte Arterien lassen sich nicht allein durch Bekämpfung der Risikofaktoren wieder öffnen. Ein Fortschreiten der Erkrankung kann jedoch aufgehalten werden.

Sich bewegen
Regelmäßiges Gehtraining, am besten unter Anleitung, fördert die Erweiterung von sogenannten Umgehungskreisläufen um die verschlossenen Gefäßabschnitte. Dadurch wird die Muskulatur wieder besser mit Sauerstoff versorgt und die Schmerzen nehmen ab.

Das Gewicht reduzieren
Übergewicht ist einer der anerkannten Risikofaktoren für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. Je stärker das Normalgewicht überschritten wird, desto schwerer muss das Herz arbeiten, weil es mehr Körpermasse mit Blut versorgen muss. Das Übergewicht prädisponiert die Entwicklung vom Diabetes melitus.

Mit dem Rauchen aufhören
Die beim Rauchen freigesetzten Giftstoffe verursachen enorme Schäden im gesamten, menschlichen Körper. Besonders betroffen sind Herz und Gefäße. Die Innenschicht der Gefäße wird durch Rauchen beschädigt, was im weiteren Verlauf zum Gefäßverschluss führen kann. Sogar nach Auftreten und Behandlung der Durchblutungsstörungen profitieren die Patienten von der absoluten Nikotinkarenz. Es wurde in mehreren Studien bewiesen, dass die Bypasses und Stents nach Raucherentwöhnung länger offen bleiben.

Sich ausgewogen ernähren
Die ausgewogene Ernährung trägt zur effektiven Reduktion von Gewicht, Cholesterin- und Zuckerspiegel im Blut, sowie des Blutdruckes bei. Damit werden die Risikofaktoren der Herz- und Gefäßerkrankungen minimiert.

Medikamente einnehmen
Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten ermöglicht die Kontrolle der Risikofaktoren der Herz- und Gefäßerkrankungen. Damit meinen wir unter anderem die Medikamente gegen Bluthochdruck, Cholesterin, sowie Zuckerkrankheit (Diabetes melitus).
Empfehlenswert sind Thrombozytenfunktionshemmer (z.B. Acetylsalicylsäure, Clopidogrel), welche die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herabsetzen. Durchblutungsfördernde Substanzen verbessern die Fließeigenschaften des Blutes, teilweise wirken sie gefäßerweiternd. Hier ist eine individuelle Entscheidung Ihres Arztes erforderlich. Seit 2007 steht mit Cilostazol ein Medikament zur Verfügung, welches die Gehstrecke bei Patienten mit pAVK wesentlich verbessert.