Was ist ...
Varizen/Varikosis?
= Krampfadern
Stammvarikosis?
= Große Krampfadern im Unterhautfettgewebe
Lumen?
= innere, „lichte“ Weite des Innenraums von Gefäßen
Inszision?
= Schnitt
Postoperativ?
= nach der Operation
Krampfadern - Varikosis

- Ausgeprägte Stammvarikose
Krampfadern (Varizen) sind geschlängelte ausgesackte Venen an den Beinen. Der Blutrücktransport zum Herzen ist gestört. Als wesentliche Ursache besteht eine genetische Veranlagung mit Bindegewebsschwäche und Schwäche der Venenwand und Venenklappe. Durch stehende Tätigkeiten, Schwangerschaften und Bewegungsarmut und Übergewicht wird eine Varikosis verschlimmert.
Welche Arten von Krampfadern existieren?
Es gibt eine sogenannte Stammvarikosis. Dabei sind die Hauptblutleiter im Bereich der Haut und des Unterhautfettgewebes defekt. Hier kann nur eine operative Behandlung die Beschwerden lindern.
Sogenannte Seitenastvarizen, retikuläre Varizen und Besenreiser sind zum Teil operationswürdig, zum Teil kann auch eine Verödungsbehandlung durchgeführt werden. Eine genaue Klärung, welche Form von Varikosis operationswürdig ist, kann nur durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt werden.
Wie werden Krampfadern behandelt?
1. Radiofrequenzobliteration (VNUS Closure FAST)
Dabei wird die Stammvene nicht entfernt, sondern ihr Lumen wird verschlossen. Dies kann mittels einer Radiofrequenzsonde oder einer Lasersonde geschehen. Die dabei in der Vene entstehende Hitze führt zu einem Verkleben der Venenwände und zu einem Vermeiden des Rückstromes. Dieses Verfahren kann vollständig ohne Narkose oder regionales Anästhesieverfahren ausschließlich mit einer sogenannten Tumeszenz Lokalanästhesie durchgeführt werden.
Hier können Sie eine kurze Simulation zur Krampfaderbehandlung mit dem ClosureFast-Verfahren sehen (das Video wurde freundlicherweise von VNUS Medical Technologies zur Verfügung gestellt):
2. Cryoexhäirese
Die chirurgische Entfernung der defekten Stammvarizen und größerer Seitenastvarizen ist ein seit langem bewährtes Verfahren. Die Krampfadern werden dabei über Sonden herausgezogen (sogenanntes Stripping). An unserer Abteilung bevorzugen wir eine Kältesonde, die ein sehr schonendes Ziehen der Vene ohne einen weiteren Schnitt am Unterschenkel ermöglicht (Cryoexhäirese). Über kleinste Inzisionen werden Seitenastvarizen entfernt. Der Patient muss postoperativ einen Kompressionsstrumpf tragen. Die Operation kann sowohl stationär als auch ambulant durchgeführt werden.
3. Kompressionstherapie
Eine fachgerechte Kompressionsbehandlung mit angepassten Strümpfen einer bestimmten Kompressionsklasse wird sowohl als alleinige Therapie als auch als Begleittherapie der Operation durchgeführt. Ein Nutzen ist eindeutig nachgewiesen, eine Kompressionsbehandlung führt zur Entlastung des venösen Rückstromes, die Muskelvenenpumpe wird verbessert.
4. Sklerosierungsbehandlung
Diese auch als Verödungsbehandlung bezeichnete Therapie ist nur für kleinere bis mittelgroße Venen geeignet. Dabei wird ein Verödungsmittel (Aethoxysklerol) in die Vene gespritzt, eine künstliche Entzündung wird ausgelöst. Diese führt zur Verklebung der Venenwände und letztlich zum Verschwinden der Krampfadern. Auch nach der Verödung ist eine kurzzeitige Kompressionsbehandlung erforderlich.


