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Erhöhung der Patientensicherheit bei Operationen

Theresienkrankenhaus gibt Hygienesets aus

   

28.03.2017

Das Mannheimer Theresienkrankenhaus geht derzeit einen neuen Weg: Seit Anfang des Jahres gibt das Haus elektiven Patienten der Unfallchirurgie und der Orthopädie kostenlos Waschsets aus. Damit reinigen die Patienten vor ihrer Operation ihren Körper und verringern so effektiv die Keimbelastung der eigenen Haut und somit das Risiko von Infektionen und Komplikationen.

Die Waschsets beinhalten Lotion, Nasengel und Mundspülung zur Reinigung des Körpers, aber auch der Schleimhäute in Nase und Mund. Eine Reinigung bereits vor der Operation kann das Risiko einer Wundinfektion deutlich reduzieren. Nach dem Duschen reibt der Patient sich mit der Lotion am ganzen Körper ein und lässt sie antrocknen. Zur Reinigung der Nasenschleimhäute gibt es ein spezielles Gel. Letztlich reinigt der Patient mit einer Spülung seinen Mund und Rachenraum. Die Mittel wirken dabei gegen alle üblichen Keime, insbesondere auch gegen multiresistente Krankheitserreger. Die Hygienemittel reduzieren zusätzlich das Risiko einer Neubesiedelung der Haut mit potentiellen Erregern für mindestens 24 Stunden. Damit kommt ein Patient mit viel weniger eigenen Hautkeimen in die Operation. Es sinkt das Risiko, dass Erreger in die Wunde gelangen und Infektionen auslösen.

Häufig müssen Wundinfektionen langwierig und aufwändig behandelt werden. "Mit den zur Verfügung gestellten Waschsets können wir die Sicherheit für unsere Patienten weiter erhöhen", ist Chefarzt Prof. Dr. Gerald Zimmermann von der unfallchirurgischen Abteilung des Theresienkrankenhauses über die neue Maßnahme erfreut: "Das ist eine sehr gute Ergänzung zu unseren bisherigen Hygienemaßnahmen, die eine sehr niedrige Infektionsquote bei unseren Patienten ermöglicht. Bisher sind wir das einzige Krankenhaus in der Region, das derartige Waschsets ausgibt."

In Deutschland sind etwa 500.000 Menschen pro Jahr von Keiminfektionen betroffen. Schätzungen zufolge sind etwa 30% der Infektionen durch entsprechende Präventionsmaßnahmen vermeidbar. Das Spektrum der Erreger bei Infektionen von Kunstgelenken besteht überwiegend aus niedrigvirulenten Keimen der normalen Hautflora. Multiresistente Erreger spielen hierbei eine untergeordnete Rolle. "Neben dem absolut sterilen Arbeiten im Operationssaal und einem stringenten postoperativem Behandlungsregime sind zur Vermeidung von Endoprotheseninfekten aktuell risikominimierende, prophylaktische Maßnahmen bereits vor der Operation in den Fokus gerückt", erklärt PD Dr. Oliver Diedrich, Chefarzt der orthopädischen Abteilung des Theresienkrankenhauses. (ckl)