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Mit dem MRT weltweit ganz vorne

Theresienkrankenhaus nimmt leistungsfähiges MRT in Betrieb

   

05.04.2017

Das Mannheimer Theresienkrankenhaus hat Anfang März einen neuen Magnetresonanztomographen in Betrieb genommen. Das Gerät mit seinen enormen Leistungsmerkmalen und einer besonderen Ausstattung ist das erste weltweit, das in dieser Konfiguration installiert wurde. Damit zählt das MRT zu den modernsten derzeit betriebenen medizinischen Bildgebungsgeräten, das sowohl für die behandelnden Ärzte als auch für die Patienten zahlreiche Vorteile bietet. Die Geschäftsführung des Theresienkrankenhauses hat über zwei Millionen Euro in den neuen Tomographen investiert. "Das Theresienkrankenhaus war immer schon ganz vorne auch in Sachen modernster Medizintechnik, die unmittelbar in die medizinische Qualität mündet. Das wollen wir unseren Patienten weiterhin so gewährleisten", sagt Dipl.-Kff. Abir Giacaman, Geschäftsführerin des Hauses.

Signa Architect heißt das Gerät, zu dem der 7,5 Tonnen schwere Magnet und der elektronisch steuerbare Patiententisch gehören. Es wurde in dieser Form Mitte letzten Jahres erstmals auf einer Medizingerätemesse in Singapur vorgestellt. Damit können die Radiologen des Theresienkrankenhauses höchst aufgelöste Bilder von Organen, Muskeln und Weichteilen des menschlichen Körpers machen. Der neue Magnetkern des Tomographen arbeitet mit einer Feldstärke von drei Tesla. Gegenüber den gebräuchlichen 1,5 Tesla-Systemen verfügt das System über eine höhere Signalstärke, so werden im untersuchten Körperbereich eines Patienten schneller mehr Wasserstoffatome ausgerichtet, was zu einer deutlich verkürzten Untersuchungsdauer führt. "Durch das neue Gerät erhalten wir Bilder aus dem menschlichen Körper in fantastischer Auflösung. Wir erhalten so optimale Bilder in deutlich besserer Qualität in der Hälfte der Zeit", weiß der Chefarzt der Radiologie Dr. Jochen Hansmann: "Insbesondere in Randbereichen von Schulter oder Ellenbogen spielt das Gerät seine Stärken aus".

Neben der deutlich leistungsfähigeren Hardware hat das Theresienkrankenhaus ein umfangreiches Softwarepaket erhalten, mit dessen Hilfe die Bilder aus dem MRT sehr spezifisch ausgewertet werden können. Je nach Anforderungen der einzelnen Fachabteilungen liefert das System Ergebnisse, die Kardiologen, Orthopäden, Unfall- und Gefäßchirurgen oder auch Onkologen gleichermaßen begeistern: Beispielsweise erhalten die Herzspezialisten des Theresienkrankenhauses nun dreidimensionale Bewegtbilder des Herzens ohne dass der Patient während der recht kurzen Untersuchung den Atem anhalten muss. Die Darstellung des Herzens ist so detalliert, dass auch der Blutfluss in allen Richtungen dargestellt werden kann. So sind Funktionsanalysen der Herzklappen im Nachhinein möglich. Neue Techniken ermöglichen es, Gefäße im Kopf eines Patienten darzustellen, ohne dass man Kontrastmittel verabreichen muss. Insbesondere die Beschleunigungstechniken des neuen Systems bieten Beachtliches: Das MRT ist damit achtmal so schnell wie herkömmliche Geräte, schafft eine Bildgebung des Herzens mit nur einem Scan.

Für Patienten ist die Untersuchung viel angenehmer geworden: Die Öffnung des Tomographen ist zehn Zentimeter breiter als bei üblichen MRTs und misst 70 Zentimeter. Daneben hat der Patient die Wahl, ob er mit dem Kopf oder den Füßen voran in die Röhre geschoben wird - so ist die vermeintliche Enge des Geräts gut zu ertragen. Letztlich ist das neue MRT sehr leise: Wo früher Kopfhörer mit Musik nötig waren, um das Stampfen und Pochen der Maschine erträglich zu machen, hört man heute nur noch das Schnurren des Magnetfelds - allerdings ist die leise Methode nicht bei allen Untersuchungen möglich. Deshalb wird auch beim neuen MRT nicht auf Kopfhörer verzichtet, da der Patient so die Ansagen des Personals hören kann. "Wir freuen uns, die Untersuchung mit dem neuen MRT für unsere Patienten deutlich angenehmer machen zu können", so Dr. Hansmann: "und profitieren von der hochauflösenden Bildgebung".

Mehrere Wochen hat der Einbau des neuen MRTs gedauert: Nachdem das alte Gerät von einer Fachfirma ausgebaut und abtransportiert wurde, musste zunächst ein neuer Raum im Kellergeschoss des Theresienkrankenhauses hergerichtet werden. Nach exakten Plänen mussten eine Schwerlastbodenplatte gesetzt, die Wände platziert und die umfangreiche Verkabelung vorbereitet werden. Bevor der Magnetkern eingebracht wurde, wurden alle Wände mit Kupferplatten überzogen, um das MRT später vor Störstrahlung zu schützen. In einer aufwändigen Aktion mit Schwerlastkran und vielen kräftigen Helfern kam der Magnetkern Anfang Februar ins Theresienkrankenhaus. Anschließend begannen die Verkabelung und schließlich die ersten Tests. "Wir freuen uns nun nach der Umbauphase unseren Patienten wieder angenehme Räume für unsere beiden Kernspintomographen bieten zu können", sagt Dr. Hansmann stellvertretend für das radiologische Team des Theresienkrankenhauses. (ckl)