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Theresienkrankenhaus wird "Assoziiertes Wundzentrum"

Erste Anlaufstelle in der Region für Wundmanagement

   

24.08.2016

Das Mannheimer Theresienkrankenhaus strebt aktuell als eines der ersten deutschen Krankenhäuser die Anerkennung der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung e.V. (DGfW) als Wundzentrum an. Der Anerkennungsprozess geht mit der Verpflichtung einher, die Diagnostik und Therapie der Grunderkrankung und die Wund-therapie auf Basis von wissenschaftlich belegtem Wissen durchzuführen. Gleichzeitig wird das Theresienkrankenhaus über einen Zeitraum von drei Jahren evaluiert. Am Ende dieses Prozesses steht das Zertifikat "Assoziiertes Wundzentrum".

Bereits jetzt ist die Abteilung Gefäß- und Endovascularchirurgie unter Leitung von Chefarzt Dr. Matthias Heinrich Tenholt die erste Anlaufstelle in der Region für Menschen mit chronischen Wunden. Es beginnt meist ganz harmlos: Ein kleiner Schnitt am Fuß, ein Kratzer am Bein, eine Druckstelle am Fuß oder eine Bagatellverletzung im Garten - was bei jungen und gesunden Menschen innerhalb von wenigen Tagen verheilt, kann bei älteren oder chronisch kranken Menschen zum Beginn einer Leidensgeschichte werden. Häufig liegen die Ursachen für die Wundheilungsstörung in den Gefäßen: Dabei sind meist Arterien, Venen oder die Lymphgefäße in ihrer Funktion eingeschränkt. Je nach Ursache, Position und Ausmaß einer Wunde sind spezielle Therapiemaßnahmen notwendig, die nicht nur den Wundbereich selbst betreffen, sondern auch die umliegenden Blutgefäße, welche die umgebende Körperregion mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Zur Abklärung nutzen die Ärzte der Abteilung umfangreiche diagnostische Methoden, darunter die hochauflösende Duplexsonographie und Venenverschlussplethysmographie. Gibt es Hinweise auf eine Lympherkrankung werden auch Lymphfloureszenzangiographien durchgeführt. Dabei werden geringste Mengen eines Farbstoffs unter die Haut injiziert und der Abtransport des Farbstoffes per Laserkamera beobachtet.

Um eine rasche Wundheilung zu gewährleisten, sind speziell geschulte Ärzte und Pflegekräfte nötig, die gemeinsam mit dem Patienten die individuell passende Therapie beraten und ihn während der Therapieumsetzung begleiten. Je nach Wundursache kommen verschiedene Therapiemaßnahmen zum Einsatz. So werden Engstellen in den zuleitenden Arterien beseitigt oder durch neue Gefäße überbrückt. Dies kann durch minimal-invasive Katheterverfahren oder eine klassische Bypass-Operation erfolgen. Entsteht die Wunde aufgrund einer Schwäche der Venenklappen sind auch hier die Gefäßchirurgen gefragt, den venösen Rückstrom wiederherzustellen. Auch dazu stehen verschiedene operative Methoden zur Verfügung. Zur Grundtherapie der chronischen Venenschwäche gehört immer eine korrekte Kompressionstherapie mit entsprechenden Bewegungsübungen - gleiches gilt für die Erkrankungen des Lymphgefäßsystems. Bei manchen Patienten mit arteriellbedingten Wunden wird zusätzlich eine Stosswellentherapie eingesetzt, um mit Hilfe von Elektro-Impulsen eine Verbesserung der Durchblutungsverhältnisse zu erreichen.

Beinwunden aufgrund von Erkrankungen der Blut- oder Lymphgefäße und das Diabetische Fußsyndrom zählen zu den häufigsten chronischen Wunden: Hier geht es immer auch darum, schnellstmöglich eine Wundverschluss zu erreichen, um den Verlust des Beines oder eine Blutvergiftung zu verhindern. Dazu leistet das Theresienkrankenhaus seinen Beitrag als Teil des Netzwerkes "DGfW-assoziierte Wundzentren". (ckl)