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Stellungnahme

Stellungnahme zu den Vorwürfen anlässlich der Aussage eines Oberarztes zu einem türkischstämmigen Patienten

   

11.04.2018

Das Theresienkrankenhaus wird seit gestern Nachmittag in diversen Medien kritisiert. Die Kritik geht zurück auf einen Vorfall, der sich zwischen einem Oberarzt und einem türkischstämmigen Patienten Anfang April ereignet hat. Demnach habe der Arzt zu dem Patienten gesagt, er solle zurück in die Türkei gehen, um sich dort behandeln zu lassen. Hierzu nimmt die Theresienkrankenhaus und St. Hedwig-Klinik GmbH wie folgt Stellung:

Am 3. April wurde der junge Patient in das Theresienkrankenhaus aufgenommen. Er wurde seinem Befund nach am darauffolgenden Tag in eine andere Abteilung des Krankenhauses verlegt. Hier wurde der Patient in ein Dreitbettzimmer übernommen. Daraufhin beschwerte er sich über den Geruch in dem Patientenzimmer und verließ entgegen der Bitte des Pflegepersonals die Station.

Nach einer Weile kehrte er mit seinem Vater zurück. Beide beschwerten sich bei der Stationsärztin, dass der Patient nicht in einem Dreibettzimmer mit zwei älteren Männern untergebracht werden wolle. Nachdem kein Einzelzimmer verfügbar war, wurde die Stationsärztin massiv beschimpft und der Oberarzt wurde daraufhin zu Hilfe geholt. Der Arzt nahm sich erneut Zeit um auf die medizinischen Belange und die vorgesehenen Therapien des Patienten einzugehen. Anschließend erkundigte er sich zusätzlich auf anderen Stationen nach einem Einbettzimmer. Da das Haus voll belegt war, war dieses nicht verfügbar. Nachdem der Oberarzt dies dem Patienten mitteilte, äußerten Vater und Sohn erneut aggressive und unsachliche Kritik am Krankenhaus. Daraufhin ließ sich der Oberarzt emotional zu dem Satz hinreißen, dass der Patient dann "in die Türkei, zu Erdogan" gehen könne, "wenn dort alles besser sei". Der betroffene Oberarzt bedauert, dass er sich in dieser Form geäußert hat. "Die Situation war sehr emotional und aggressiv. Es tut mir leid, dass diese Worte so gefallen sind. Sie entsprechen nicht meinem Selbstverständnis und einem professionellen Umgang mit allen Patienten, unabhängig von ihrer Herkunft. Unser Haus hat den Anspruch, dass Weltanschauungen, soziale Herkunft und Politik bei der Behandlung unserer Patienten keine Rolle spielen. Dem sehe ich mich als Arzt und als Mensch verpflichtet."

Da der Vater des Patienten gegenüber den Ärzten weiterhin aggressiv auftrat und ihnen drohte, zog die Stationsärztin die Polizei hinzu. Diese konnte die Situation beruhigen. Die behandelnden Ärzte boten an, die Behandlung fortzuführen, wenn sich der Patient angemessen und kooperativ verhält. Die Familie verließ jedoch gegen ärztlichen Rat das Krankenhaus.

Geschäftsführerin Abir Giacaman betont: "Für unsere Ärzte und Pflegekräfte ist es unerheblich, welcher Herkunft unsere Patienten sind. Dies ist einer der Grundsätze, auf den wir uns als christliches Krankenhaus berufen. In unserer täglichen Arbeit müssen unsere Mitarbeiter bisweilen auch Konflikte lösen und aushalten. Schließlich ist der Aufenthalt in einem Krankenhaus eine Zeit emotionaler Anspannung für viele Patienten. Somit kann es passieren, dass Gefühle hochschlagen.

Bedauerlich ist jedoch in diesem Fall, dass Mitarbeiter derart angegriffen und bedroht wurden, so dass sie die Polizei rufen mussten. Wir stellen hohe Anforderungen an unsere Mitarbeiter, die sie im großen Engagement ausgezeichnet erfüllen. Gleichzeitig erwarten wir, dass jeder Patient Einwände angemessen vorbringt. Mir ist bewusst, dass die Äußerung unseres Oberarztes Anlass zu Kritik gibt - und dieser stellen wir uns. Wir bedauern diesen Vorfall."

Das Theresienkrankenhaus ist eine christliche Klinik, die pro Jahr über 25.000 stationäre und 40.000 ambulante Patienten aus der ganzen Metropolregion unterschiedlichster Nationalitäten und Religionen versorgt. Die 1.400 Mitarbeiter kommen aus vielen unterschiedlichen Ländern und Kulturen. Diese Vielfalt ist in der täglichen Arbeit sehr nützlich. So sprechen die Mitarbeiter insgesamt 24 verschiedene Sprachen, um für internationale Patienten notfalls übersetzen zu können. (ckl)