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Wenn die Schläfrigkeit zur Gefahr wird

„Aktionstag erholsamer Schlaf“ am Theresienkrankenhaus und darüber hinaus

   

21.06.2018

Immer wenn die Tage besonders lang und die Nächte besonders kurz sind veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V. (DGSM) den bundesweiten "Aktionstag erholsamer Schlaf". Dazu gab es Ende Juni in Mannheim drei Veranstaltungen, an denen auch Schlafmedizinerin Prof. Dr. Maritta Orth, Chefärztin der Abteilung Pneumologie am Theresienkrankenhaus, beteiligt war.

Zum Auftakt gab es eine große Pressekonferenz für Medienvertreter. Passend dazu hatten die Organisatoren das Mannheimer Planetarium als Schauplatz gewählt. Zentrales Anliegen war es den Vertretern der Fachgesellschaft, auf die häufig schwierige Vereinbarkeit von Beruf und einem gesunden Schlaf hinzuweisen. Vor allem Schichtarbeit, aber auch die besonderen Herausforderungen bestimmer Berufsgruppen (Berufskraftfahrer. Ärzte, Pflegekräfte) sowie Themen wie Lernen und Schlaf, Karriere und Schlaf wurden in den kurzen Stellungnahmen der DSGM-Experten beleuchtet. Prof. Orth wies dabei auf den medizinischen Aspekt des Schlafes hin: Demnach gebe es über 80 anerkannte Krankheitsbilder zum Thema Schlafstörungen. Das häufigste ist das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom, das unter anderem im Schlaflabor des Theresienkrankenhauses erkannt und behandelt wird. Weisen Patienten keinen gesunden Schlaf auf, neigen sie am Tage zur Schläfrigkeit, also der zwanghaften Neigung in monotonen Situationen einzuschlafen. Wenn dies im Berufsalltag geschieht können schwere Unfälle passieren. So zeigen Statistiken, dass bis zu 40% aller LKW-Unfälle im Straßenverkehr auf Schläfrigkeit zurückzuführen sind. So stellten die Experten kritische Forderungen nach einer vernünftigen Abreitszeitgestaltung und hinterfragten, ob beispielsweise Fitnessstudios rund um die Uhr geöffnet haben müssten. Gleichzeitig gaben die Schlafmediziner auch Tipps für einen entspannteren Umgang mit Schichtarbeit.

Neben der Pressekonferenz gab es eine Podiumsdiskussion im Theresienkrankenhaus, bei der Experten der Schlafmedizin bestimmte Themen erläuterten und sich den Fragen der Besucher stellten: Dr. Claudia Schilling vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit widmete sich Ein- und Durchschlafstörungen, Dr. Joachim T. Maurer von der Universitätsmedizin erläuterte Ursachen und Therapie schlafbezogener Atmungsstörungen, Ärztin Judith Schmitt aus dem Schlaflabor des Theresienkrankenhauses ging auf das "Restless Legs-Snydrom" ein, während Prof. Dr. Maritta Orth erneut das Thema Schlafstörungen und Arbeit beleuchtete. Mehr als 130 Besucher waren im Festsaal anwesend und stellten spannende Fragen zu den einzelnen Themenkomplexen. Souverän moderierte RNF-Moderator Sascha Spataru den Abend.

Abschließend waren auch die niedergelassenen Ärzte angesprochen, die im Rahmen eines gut besuchten Symposiums Neues zum Thema Schlaf erfahren durften. (ckl)