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Patientensicherheit am Endoprothetikzentrum

Vortragsabend mit mehr als 180 Besuchern

   

03.08.2018

"Mehr Mobilität. Weniger Schmerzen.", unter diesen Leitsatz stellte Privatdozent Dr. Oliver Diedrich seinen Vortragsabend Mitte Juli im Mannheimer Theresienkrankenhaus. Der Chefarzt der Orthopädie und Wirbselsäulenchirurgie sowie drei Oberärzte seiner Abteilung referierten vor 180 interessierten Besuchern zum Thema "Moderne Endoprothetik bei Knie- und Hüftgelenksarthrose". Hierbei zeigten die Ärzte, wie rasch, exakt und komplikationslos der Einsatz einer Totalendoprothese heutzutage funktioniert und damit schon am Tag nach der Operation wieder fast schmerzfreie Bewegungen möglich sind.

Dr. Diedrich nahm in seinem Vortrag den Patienten die Angst vor einem möglichen Krankenhausaufenthalt. Er zeigte, welche Maßnahmen am Theresienkrankenhaus zum Einsatz kommen, um für die Sicherheit der Patienten zu sorgen und damit eine vertrauensvolle Atmosphäre zwischen Patient, Arzt und Pflegekräften zu schaffen. 400.000 Patienten in Deutschland erhalten pro Jahr ein neues Knie oder eine neue Hüfte. Patienten können sich in zertifizierten Endoprothetikzentren behandeln lassen, so auch im Theresienkrankenhaus. Alle Operateure verfügen hier über eine reichhaltige Erfahrung und zeichnen sich durch eine hohe Zahl an eingesetzten Endoprothesen aus - 50 bis zu mehr als 100 pro Jahr. Eine weitere Sicherheit gebe es durch die Teilnahme am Endoprothesenregister. Dieses Register dokumentiert Erfahrungen mit allen gängigen Prothesen, so dass die Operateure stets die besten Implantate auswählen können. Aber auch weitere Sicherheitsstufen garantieren die Behandlungsqualität: Von einer ausführlichen Anamnese und Diagnose unter Berücksichtigung möglicher Begleiterkrankungen, der Überprüfung der Medikamente und möglicher Nebenwirkungen, einer eindeutigen Patientenidentifikation bis hin zu kontinuierlichen Hygienemaßnahmen sorgen alle Mitarbeiter für eine hohe Patientensicherheit.

Von Arthrose, so leitete Chefarzt Dr. Diedrich auf das Kernthema des Abends über, seien schon mehr als 50% aller Menschen jenseits des 50. Lebensjahrs betroffen. In einem Alter von 75 Jahren hat praktisch jeder Mensch unter Arthrose zu leiden. Allerdings seien die Beschwerden höchst unterschiedlich. Eine Heilung dieser Verschleißerkrankung ist nicht möglich. Der Arzt muss aber versuchen, Schmerzen zu verringern, die Entzündung zu hemmen und die Beweglichkeit des Gelenks wieder herzustellen oder beizubehalten. Dann kann eine Endoprothese eine Möglichkeit der Therapie sein. Wie man eine solche Operation plant, zeigte Oberarzt Dr. Hans Gramlich in seinem Vortrag. Er erläuterte, wie man früher mittels Röntgenbild und Schablonen die passenden Prothesen finden musste. Dies war sehr aufwändig und erforderte Rechengeschick der Ärzte. Heutzutage geht alles digital. Mittels softwaregestützter Planungsprogramme errechnet ein Computer die passenden Endoprothesen. So kann der Operateur während des Eingriffs mittels Röntgenaufnahme permanent kontrollieren, ob das Implantat dort sitzt, wo es hin soll.

Oberarzt Dr. Jürgen Kreutzer referierte in seinem Vortrag speziell zu möglichen Operationstechniken bei einer Hüft-Prothese sowie auch, was mit dem neuen Gelenk im Nachgang möglich ist. Seine Kollegin Rhiannon Milton tat es ihm gleich und erklärte das Prozedere einer Kniegelenkersatzoperation. Im Anschluss an die Vorträge standen die Experten für eine gut genutzte Fragerunde zur Verfügung. (ckl)