Deutsch
English

Moderne chirurgische Möglichkeiten bei Beschwerden am Fuß

Orthopädischer Vortragsabend am Theresienkrankenhaus

   

30.11.2018

50 Millionen Schritte gehen wir in unserem Leben, laufen 40.000 Kilometer weit - einmal rund um den Globus auf unseren Füßen. Mit dieser Erkenntnis leitete Privatdozent Dr. Oliver Diedrich den Vortragsabend der orthopädischen Abteilung des Theresienkrankenhauses ein. "Gut zu Fuß" - unter diesem Motto erläuterten der Chefarzt und zwei Oberärzte Mitte November die typischen Fußbeschwerden und zeigten dazu die passenden Therapiemöglichkeiten.

26 Knochen, 33 Gelenke, über 30 Muskeln und zahlreiche Bänder verleihen dem Fuß seine umfangreiche Funktionalität. Dieses komplexe System mit seinen Schwachstellen und Problemzonen zu kennen ist Aufgabe der Fußchirurgen im Team der Orthopäden. Speziell dem sogenannten Rückfuß widmete Dr. Diedrich seinen Vortrag. Dort findet man Beschwerden wie Achillessehnenschmerzen oder Fersensporne. Gerade letztere sind weit verbreitet: Mehr als 10% aller Erwachsenen leiden im Verlauf ihres Lebens unter dieser Einschränkung. Dabei kommt es zu knöchernen Auswüchsen an der Ferse, die das umliegende Gewebe beeinträchtigen und Schmerzen verursachen. Der Chefarzt erläuterte die umfangreichen Therapieoptionen von orthopädischen Einlagen über den Einsatz von Medikamenten bis hin zur operativen Entfernung des Sporns. Einen ähnlichen Einblick gab Dr. Diedrich in die Behandlung von Achillessehnenschmerzen, die unter anderem von Entzündungen herrühren können. Dabei zeigte er spannende Fakten auf, beispielsweise, dass bestimmte Antibiotika zu einer Degeneration der Achillessehne führen können. Neben den konservativen Methoden erläuterte der Fußchirurg die gängigsten Operationstechniken zur Behebung dieser Erkrankung.

Oberarzt Dr. Jürgen Kreutzer widmete sich speziell einer Erkrankung des Vorfußes: Der Hallux valgus ist die häufigste Fußdeformität in Westeuropa und tritt bei 12% der hier lebenden Menschen auf. Meist sind Frauen ab einem Lebensalter von 50 Jahren davon betroffen. Dabei ist die Großzehe nach innen verkrümmt, was je nach Winkel zu Schmerzen sowie auch einer Deformation der Kleinzehen führen kann. Dr. Kreutzer verwies auf die Risikofaktoren, die solche Fehlstellungen auslösen können: Übergewicht, zu enges Schuhwerk und hohe Absätze begünstigen die Entstehung des Hallux valgus. Ähnliche Fehlstellungen können im Bereich der übrigen Zehen auftreten: Hammerzehen oder Krallenzehen lösen meist einen Konflikt mit dem umgebenen Schuhwerk aus und sollten deshalb behandelt werden, ehe es zu Druckstellen kommt. Nicht selten ist hierzu wie bei der Hallux valgus Fehlstellung eine Operation notwendig.

Orthopädin Rhiannon Milton zeigte eine weitere Form der krankhaften Veränderungen im Fuß. Sie ging in ihrem Vortrag auf die Arthrose ein, den zunehmenden Gelenkverschleiß, der sich durch Bewegungseinschränkungen, Steifigkeit, Kraftlosigkeit bishin zur Wetterfühligkeit äußern kann. Zentrales Symptom ist aber immer der Schmerz in den Fußgelenken. Mittels radiologischem Befund suchen die Fußchirurgen gemeinsam mit dem Patienten den optimalen Therapieweg. Dieser reicht von gelenkunterstützenden Injektionen bishin zum Einsatz einer Gelenkprothese.

In der anschließenden Diskussion stellten die Gäste konkrete Fragen zu den Fußerkankungen, die von Dr. Diedrich und den beiden Oberärzten ausführlich beantwortet wurden. Damit enließ das Chirurgenteam das Publikum gut informiert und "Gut zu Fuß" nach Hause. (ckl)