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17.12.2020

Irene Lucia wurde als letztes Kind in der St. Hedwig-Klinik geboren

Es sind emotionale und historische Stunden, die sich am 13. Dezember 2020 in der St. Hedwig-Klinik abspielen: Die kleine Irene Lucia Lo Iacono erblickt um 3 Uhr morgens in der traditionsreichen Geburtsklinik inmitten der Mannheimer Innenstadt das Licht der Welt. Emotional für die Familie, die begleitende Hebamme und den Arzt, historisch für das Krankenhaus, denn es ist das letzte Baby, das in der St. Hedwig-Klinik geboren wurde.

50 Zentimeter, 3.350 Gramm, kerngesund – die kleine Irene kommt als drittes Kind von Claudia Amico auf die Welt. „Die St. Hedwig-Klinik ist das beste Krankenhaus in Mannheim“, ist die Mutter überzeugt: „so familiär und klein. Man kennt die Leute hier und fühlt sich zuhause“. So wurde schon sie selbst hier 1985 geboren, so wie auch alle drei Töchter, die heute zwölf und sechs Jahre alten Geschwister sowie die neugeborene Irene Lucia. Am 13. Dezember ist in Italien Gedenktag der heiligen Lucia. Deshalb verleihen die Eltern, deren Familien aus Sizilien stammen, ihrer Tochter den Beinamen. Die Eltern betreiben in der Innenstadt das italienische Bistro Il Gusto, das sie zu Beginn des Jahres übernommen haben. „Leider konnten wir wegen Corona bisher nur wenige Wochen öffnen“, erklärt Mutter Claudia die schwierige Situation der Selbständigen.

Die St. Hedwig-Klinik hat am 15. Dezember nach 90 Jahren ihre Pforten geschlossen. Etwa 60.000 Kinder kamen bis heute hier zur Welt. Die St. Hedwig-Klinik in A2 wurde im Januar 1929 eröffnet, nachdem Geheimrat Heinrich Lanz und seine Frau Julia die beiden Villen „für einen caritativen Zweck“ zur Verfügung gestellt hatten. Am 4. Januar 1929 kam das erste Kind namens Helga Hilde Vogt in der St. Hedwig-Klinik auf die Welt. Ab dem 1. Mai 1929 sorgten sich Niederbronner Schwestern des Bühler Ordens Maria Hilf um die Patientinnen. Es folgten bewegte Jahrzehnte mit zahlreichen Umbaumaßnahmen, Beschädigungen und Wiederaufbau im 2. Weltkrieg. 1994 gab es den Zusammenschluss mit dem Theresienkrankenhaus zur Theresienkrankenhaus und St. Hedwig-Klinik GmbH. Im Mai 2017 verabschiedeten sich die Niederbronner Schwestern aus der St. Hedwig-Klinik, da der Orden keinen Nachwuchskräfte mehr hatte, die den Dienst weiter hätten übernehmen können.

Am 15. Dezember 2020 wurde die St. Hedwig-Klinik geschlossen. „Es ist für alle Beteiligten kein leichter Schritt, diese lange Tradition der Geburtshilfe in der St. Hedwig-Klinik zu beenden. Wir haben uns dazu entschieden, um gebärenden Frauen und gynäkologischen Patientinnen eine medizinisch sichere und zeitgemäße Versorgung anbieten zu können. Und auch, um ein attraktives und zukunftssicheres Arbeitsumfeld zu ermöglichen. Das ist am Standort Diakonissenkrankenhaus besser möglich als in der St. Hedwig-Klinik“, erklärt Dr. Jonas Pavelka, Hausoberer am Theresienkrankenhaus und an der St. Hedwig-Klinik die Hintergründe. Künftig werden Schwangere und gynäkologische Patientinnen am Mannheimer Diako auf dem Lindenhof versorgt. (ckl)

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